Samstag, 6. November 2010




Die "Vor"-Wintersaison ist bereits voll im Gang.
Wir haben zwei tolle Praktikanten hier auf der Farm, Olivia und Michael, die unsere 30 Schlittenhunde bei jedem Wetter je nach dem vor einem vierrädrigen Wagen oder vor dem Schlitten trainieren.
Neben dem Training mit den ausgewachsenen Vierbeinern üben sie fleissig mit unseren 8 Welpen, damit auch die einmal so gut werden wie ihre Mütter und Väter.
Nach dem Training dürfen sich die Hunde zusammen im Freilaufgehäge vergnügen. Dort können sie buddeln, herumspringen, miteinander spielen oder was sie sonst so alles herausfinden. Am liebsten kommen sie aber immer wieder zu uns Menschen, denn dort wird geknuddelt, gestreichelt, massiert u.v.m.
Ja, unsere Hunde werden von Olivia und Michael richtig verwöhnt!
Zurück in ihren Boxen wird den Schlittenhunden dann das verdiente Essen serviert.

Florian und ich arbeiten währenddessen an unseren Thema-Projekten.
Zum Beispiel hatten wir am 30.10.10 eine Theateraufführung auf unserem Tenn. Zwischen Heu und Schafglocken gebimmel standen die beiden Schauspieler auf der Bühne und zeigten unseren rund 20 Gästen eine nachdenklichen und zugleich lustige Darbietung. Nach dem Theater baten wir die Gäste in den warmen Keller wo sie eine spannende Kreation aus den besten Rohwaren aus Sirdal, serviert auf einer Schieferplatte, geniessen konnten.

Am 20.11.10 steht dann unser nächstes Projekt vor der Tür: Wir laden ein zu einem Schweizer Abend mit Rösti, Spätzli, einem Vortrag über unsere Kultur, ein Film und natürlich eine Vorführung im Schwingen!
Wir hoffen, dass sich viele Norweger dazu begeistern können und ev. sogar unsere beiden Schwinger herausfordern werden...!

Ansonsten haben wir von nächster Woche her bis zur Weihnachten jedes Wochenende Weihnachtsessen bestellungen mit jeweils 20-30 Personen pro Anlass.
Wir können also zufrieden sagen: Es läuft!

Eigentlich fehlt uns nur noch Schnee und dann ist alles perfekt!

Bis bald,
Florian und Eliane
und die ganze Huskyfarm-Gang

Freitag, 2. Juli 2010

Meine Tage in der Schweiz



Ich bin nun wider zuhause in Norwegen bei meiner Eliane und unseren Hunden. Die Welpen sind jetzt fast sechs Wochen alt, neugierig und frech. So soll es sein. Es herrschen im Moment sommerliche Temperaturen von rund 24 C° und alles blüht und lebt auf. Mein erster Sommer in Norwegen.

4 Schwingfeste habe ich nun besucht in der Schweiz und bin eigentlich sehr zufrieden mit meinen Leistungen. Da die Norweger nicht all zu viele Schwingsportler haben und dadurch das Training etwas schwer ist. Die Norweger, meine Familie, Freunde und Eliane sind mir eine sehr gute stütze. Sie sind stolz auf mich und bauen mich auf. Ab und zu zieht sogar Eliane die Schwinghosen an und übt mit mir, so dass ich meine Züge üben kann.

Bei uns haben die Sommerferien angefangen und wir stellen unser neues Produkt den Dog-Scooter ins rechte Rampenlicht. Es gibt vieles zu tun. Kräutergarten jäten, mit den Welpen arbeiten, Holz hacken, Hütte einrichten. Da es leider ein bisschen ruhig ist was die Anlässe anbelangt. Deshalb probiere ich mich mit Fischen und infolge probiere ich verschiedene Rezepturen aus. Geräucherter Fisch, graved Fisch in allen Varianten. Fleisch konservieren und geräucherte Würste.

In der vorherigen Woche war ich auf meiner ersten Sommer-Bergtour in Oyavaten. Es war eine anstrengende aber herrliche Wanderung. Wunderbare Bergbäche und sogar ein Schneebrett durfte ich überqueren. Zum Schluss war ich an einem unbeschreiblichen Ort. Ein stiller friedlicher Ort, ohne Verkehrslärm. Ich genoss die Sonne und den blauen Himmel für eine Weile und gönnte mir ein eiskaltes Bier. Ich hoffe ich bin noch oft an diesem Ort mit den Menschen, die ich gerne um mich habe plus den Menschen den ich liebe Eliane Husistein.

Dienstag, 29. Juni 2010



Achtung!

Wir suchen ab sofort oder
nach Vereinbarung einen
Doghandler / Praktikant


Wir sind eine kleine Huskyfarm in Norwegen mit 30 Polarhunden, betrieben von zwei Norwegern und zwei Schweizern. Wir bieten neben vielen anderen Aktivitäten Schlittenhundeerlebnisse im Sommer und im Winter. Zudem haben wir ein Restaurant mit Platz bis zu 50 Personen und drei Gästezimmer.

Dein Aufgabenbereich beinhaltet hauptsächlich das Füttern, Sauber halten und trainieren unserer 30 Huskys und allgemein anfallende Arbeiten auf der Farm, im und um das Gästehaus.


Deine Eigenschaften:
• Selbständigkeit, beinhaltet auch, dass du über Perioden alleine sein kannst.
• Praktisch, das bedeutet viele verschiedene und spannende Aufgaben
• Freude an Tieren und der Natur
• „Soziale Intelligenz“ du kommunizierst gerne und kannst gut mit Menschen umgehen.
• Abenteuerlust du bist offen für neue Erfahrungen und Erlebnisse.

Was wir bieten:
• Gratis Kost und Logis
• Naturerlebnisse in spannender Umgebung
• Verantwortung für das Training, Füttern und Pflege der 30 Schlittenhunde
• Mithilfe bei Anlässen


Bist du interessiert?
Dann melde dich doch gleich unter sirdalhuskyfarm@gmx.ch oder unter der Telefonnummer +47 38 37 03 18 / +47 40 62 98 41


Sirdal Huskyfarm
Odd und Tone Kvinen, Florian Hofmann und Eliane Husistein

Freitag, 7. Mai 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - 3.Teil




Nun zum „Neuanfang“, die ganze Sirdal Huskyfarm steht ja noch in der Aufbauphase. Wir haben unsere erste Wintersaison erfolgreich hinter uns gebracht und nun möchten wir auch im Frühling mit vielen neuen Projekten durchstarten, damit der Sommer ebenso wird.
Das erste Projekt, das wir bereits Ende April abschliessen konnten, war unser neues Huskygehege. In unserer Winterbroschüre stand, dass unser Ziel sei, den besucherfreundlichsten Hundegarten zu bauen – und das ist uns gelungen!!!
Wir haben die weit verbreitete und so übliche Kettenhaltung hinter uns gelassen. Unsere 32 Hunde wohnen nun in zweierboxen, in der überdachten Zwingeranlage mit einem riesigen Freilaufgehege. Jeden Tag werden zwischen 2-6 Hunde freigelassen. Die können zusammen um die Wette laufen, schmusen, spielen oder gemeinsam uns Menschen necken… - es wurde ihnen, bis jetzt auf jeden Fall noch nicht langweilig!
Gleich neben dem neuen Hundegarten ist eine weitere „Neuigkeit“ entstanden. Unser Kräuter- und Gemüsegarten. Florian und ich haben uns sorgfältig die Stelle ausgesucht, Steine weggeräumt, aufgetürmt, Erde, Kalk und Dünger herbeigeführt, geschaufelt und geschwitzt. Nach bereits einer Woche entstand aus karger Wildnis, eine wunderschöne Gartenanlage.
Unser Ziel ist es bereits im Herbst von unseren eigenen Kräutern und Gemüsen zu ernten und sie gleich „frisch ab dem Hof“ im Restaurant verwerten zu können.
Angepflanzt wird dann nach dem 17.5., das ist hier in Norwegen eine feste Regel, denn vor diesem Datum muss immer noch mit Frost gerechnet werden.
Das heisst schon bald werden Kartoffeln, Zucchetti, Kürbisse, Lauch, Zwiebeln und duftende Kräuter um die Wette wachsen.
Der dritte Neuanfang gilt unseren Vierbeinern auf dem Hof. Die ersten Jungtiere, die wir hatten waren unsere kleinen Geissen. Nicht viel später danach haben auch die Schafe ihre Kleinen geboren. Vor drei Tagen haben wir nun sogar auch bei den Hunden Nachwuchs gekriegt! Gleich zwei Hunde haben geboren, die eine Hündin, Terror, hatte eine schwere Geburt, leider hat sie 6 tote Welpen und nur ein lebendes zur Welt gebracht. Dieses ist aber so klein und schwach, dass wir noch nicht sicher sind, ob es Überleben wird. Die zweite Hündin, Klara (eine der jüngsten) hatte dafür eine „Traumgeburt“, ohne einen Mucks brach sie 4 grosse und kräftige Welpen auf die Welt. Wir sind sehr stolz auf die beiden Mutterhunde, die ihre Aufgabe (trotz allem) toll meistern!!!
Nun sind Florian und ich noch voll im Schuss am Packen, für Florian heisst es am 9.5. das erste Mal in dieser Saison „zupacken“, am Oberaargauischen Schwingfest in Eriswil und eine Woche später dann am Berneroberländischen in Brienz. Also unbedingt Daumen drücken…!!!!
Zwischen diesen beiden Schwingfesten werden wir vier von der Sirdal Huskyfarm eine Studienreise in der Schweiz unternehmen. Gemeinsam versuchen und erleben wir verschiedene Aktivitäten von ähnlichen Betrieben wie wir sind – das wird sicher spannend. Wir freuen uns auf jeden Fall.
Was wir so alles unternommen haben, erzähle ich dann das nächste mal.
Bis dann,
Florian und Eliane

Samstag, 1. Mai 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - 2. Teil



Nachdem Ostern der Saisonabschluss hier auf der Sirdal Huskyfarm war, wurde das Wochenende danach, 10./11.4. zum Winterabschluss für unser Team.
Am Samstagmorgen waren die Rucksäcke, das Essen und die Hunde mit der gesamten Ausrüstung gepackt und wir fuhren los Richtung Suleskarveien (Berglandschaft).
Links und rechts der Strasse waren zum Teil Schneewände von rund 2,5 – 3m!
Nachdem wir angehalten haben wurde das Gepäck auf den Schneescooteranhängern verstaut. Noch war es ruhig, keine Menschen weit und breit, keine Autos – nichts.
Wir bereiteten die Schlitten und uns vor. Florian und ich wollten zeigen, was wir in dieser Saison gelernt haben. Zusammen mit unserer Praktikantin Cornelia zogen wir den einzelnen Hunden ein Zuggeschirr an, das heulen und bellen wurde immer lauter. Die Hunde waren voller Vorfreude – und wir natürlich auch!
Als wir Cornelias Gespann fertig hatten, konnte sie losfahren. Sie wurde von Odd auf dem Schneescooter begleitet. Alles lief soweit gut!
Nun waren Florian und ich alleine. Zusammen machten wir mein Gespann klar und schon kurz darauf sauste ich Cornelias Schlitten hinterher. Ich wurde natürlich von Florian begleitet, der das erste Mal ganz alleine mit dem Schneescooter zur Berghütte fahren durfte. Gekonnt leitete er mein Hundegespann und mich durch schwierige Passagen, wie zum Beispiel durch knietiefes Überwasser (Wasser das auf der Eisdecke liegt) oder feuerte mein Team an, als es fast senkrecht den Berg hoch ging.
Es war ein tolles Gefühl. Nach traumhafter Berglandschaft, guter Zusammenarbeit und einem schnellen und fleissigem Huskyteam vor dem Schlitten kam ich zufrieden und glücklich auf Sigurdsheller an. Die Hunde wurden zum Dank für die schöne Tour ausgiebig geknuddelt und anschliessend an den Steak Out gebracht. Das ist eine lange Kette, die man auf der Tour braucht, um die Hunde bei längeren Pausen oder über Nacht, anzubinden.
Anschliessend war sonnen und geniessen angesagt. Im T-Shirt, BH oder Oben ohne lagen oder sassen wir an der Hüttenwand und genossen das herrliche Wetter und die Abgeschiedenheit. Nach „Pölse med bröd“ oder in der Schweiz als Hot Dogs bekannt (Nein, die Huskys leben alle noch!), verbrachten wir danach einen gemütlichen Abend in der Berghütte.
Am Morgen wurde uns dann von Odd einen Kaffee ans Bett serviert und später ein feines Frühstück mit Spiegelei und Speck aufgetischt.
Auch diesen Tag genossen wir in vollen Zügen, es war einfach herrlich, nach einer doch recht hektischen Wintersaison, einfach mal nur „rumzusitzen“ und es sich gut gehen lassen. Auch die Hunde rekelten sich in der Sonne und wirkten zufrieden.
Am späteren Nachmittag machten dann Cornelia, Florian und ich erneut die Schlitten startklar. Diesmal begleitete Florian uns beide mit dem Scooter bis zum Auto/Anhänger zurück. Odd blieb alleine in der Hütte zurück und räumte noch fertig auf. Er kam dann etwas später nach.
Auch auf der Rückfahrt konnte ich nur stolz sein auf mein Team. Alle waren sehr schnell und kräftig. Wir vertrauten einander und so wurde dies zu einer wunderschönen Schlittenfahrt!
Am Ziel angekommen noch ein letzter lauter Jubelschrei von Cornelia und mir – und dann ging es zurück in die Zivilisation…

Freitag, 30. April 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - Teil 1



Heute berichte ich in einem ersten Teil von Ostern. Weitere Berichte zu unserem Saisonabschluss und all den neuen Sachen, die wir schon wieder begonnen haben, folgen bald darauf.

Rund um Ostern ist normalerweise viel Betrieb in Sirdal. Bis zu 40'000 Gäste reisen in ihre Ferienhütten und verbringen die Tage draussen im Schnee, meistens auf den Langlaufski's. Nur zum Vergleich, Sirdal zählt normalerweise 1750 Einwohner!
Wir waren gewappnet und hatten ein tolles Osterprogramm zusammen gestellt.
Doch wie sagt man so schön: Es kommt erstens "anders" und zweitens "als man denkt"...

...unser Programm setzte natürlich Schnee voraus, doch davon hatten wir eindeutig zu wenig, was normalerweise nie ein Problem war.
So mussten wir kurzerhand unser Programm umstellen, anstelle von Hundeschlitten-fahren bei einem gemeinsamen Anlass mit der Ski- und Snowboardschule, waren die Huskys einfach "nur" Streichel- und Knuddelhunde.
Florian heizte dafür mit leckeren Sachen vom Grill die Stimmung ein!

Doch Wunder geschehen...

Noch am gleichen Tag fing es an zu schneien. Wir wissen noch nicht genau, ob das wirklich Raffi und Sandra zu verdanken ist, die genau an diesem Tag in Norwegen angekommen sind und sich das so sehr gewünscht haben – wir gehen mal davon aus!
Auf jeden Fall konnten wir nun wenigstens unser Hundeschlittenfahren am nächsten Tag auf dem Golfplatz anbieten.
Das war ein wirklich tolles Arrangement zusammen mit Sirdal Fjellgolf, dem lokalen Golfclub. Im Clubhaus stand Florian wieder voll in seinem Element und zauberte vor und auf dem Grill. Auf der Driving Ranch (dort wo man normalerweise die Abschläge übt) waren Odd, Cornelia (unsere super Praktikantin aus der Schweiz), 12 Hunde und ich. Gemeinsam führten wir das Hundeschlittenfahren durch. Der Schnee wurde zwar immer weniger, aber die Freude bei den Gästen war trotzdem gross (vor allem auch bei unseren Schweizer Gästen!)
Gleich nebenan, auf der Übungsbahn, wurden die Gäste in ihrer Geduld und ihrem Können mit Golfschläger und Ball getestet. Schneegolf war angesagt!!!

Am Abend konnten wir es so richtig geniessen. Nach feinem Elchfleisch und einem herrlichen Dessert – natürlich made by Florian, hörten wir die spannende Geschichte von Odd’s Grossmutter. Anschliessend war Sauna und Hot Pot angesagt. Unsere Sporky-Gang (=unsere tollen Ostergäste aus der Schweiz), vier Norweger (alle in unserem Alter) und natürlich Flöru und ich genossen den Abend in vollen Zügen.
Nach 1-2 Bier begannen sogar die Norweger Deutsch- und die Schweizer Norwegisch zu reden… und wenn das nicht reichte, hatten wir noch Hände, Füsse oder Englisch.
Doch es lag sicher nicht an einem Verständigungsproblem, dass Rani plötzlich aus der Sauna raus, durch den kalten Regen, im Bikini, in den Fluss steigt um sich abzukühlen… ich würde es bis heute nicht glauben, hätte ich es nicht selbst gesehen...!!!
Nachdem auch jeder aus dieser internationalen Gruppe einem anderen ein Tier gefunden hat, das seinem Charakter entspricht, wurde es langsam Zeit ins „Nest“ zu kriechen.

Am Ostersonntag trafen wir uns alle draussen zum Schiesstraining, wir durften Tontaubenschiessen. Unter Flörus fachkundiger Anleitung hatte jeder 4 Schüsse. Bisher hab ich ja noch nie getroffen, doch plötzlich kämpfte ich zusammen mit Raffi um den Sieg. Wir haben beide je 3 Tontauben getroffen!!! (langes Training macht sich doch irgendwann bezahlbar – nicht wahr Rani?)
Am Abend war dann unser Restaurant im Keller geöffnet. Florian kochte mit grosser Hilfe aus dem gesamten Urlaubsteam ein köstliches Ostermenu.
Die Gästeliste: eine deutsche Familie die ebenfalls nach Sirdal ausgewandert ist, zusammen mit ihrem Besuch aus der Heimat, Odd, Tone, Rani, Nicole, Cornelia, Raffi, Sandra Flöru und ich.
Nach dem genialen Essen und einigen kleineren Pannen, hielt Flöru eine wunderschöne Rede die dann plötzlich auf den Knien, mit der Frage „Willst du mich heiraten?“ endete. Ich war hin und weg. Natürlich antwortete ich mit „Ja“, was dann ausgiebig gefeiert wurde.
Es war für mich wunderschön, einen so wichtigen Tag mit so wertvollen Menschen zu verbringen – die zwar alle bescheid wussten, aber nichts gesagt haben…!

Mittwoch, 17. März 2010

Hauptsaison


Lange ist es her, seit wir uns das letzte mal gemeldet haben und ihr fragt euch sicher, was wir eigentlich so treiben...

Wir stehen immer noch voll in der Hauptsaison, das heisst, dass wir pro Woche ca. 3-4 Anlässe haben. Das sind eigentlich ganz unterschiedliche Sachen und Personen. Doch ich versuche mal unser tägliches Leben anhand letzten Woche zu erzählen:

Montag, 08.03.10 : 9.00 Uhr Florian ist bereits seit 30 Min in der Küche am Vorbereiten und ich stehe im 10km entfernten Laden um Frischwaren einzukaufen. Um 10 Uhr kommt ein Betrieb zu uns, 16 Personen von einer Ölfirma. Sie erhalten bei uns Kaffee, Tee und Mineralwasser draussen an der Sonne neben der Feuerstelle. Wir heissen die Gäste willkommen und stellen uns vor. Odd (unser Partner) nimmt die Gruppe mit für verschiedene Aktivitäten (Balance-Übung auf einem Seil, Bigfoot-Ski-Stafette und andere Teambuilding-Aufgaben). Florian und ich bereiten unterdessen das Essen vor. 12 Uhr erhält die Gruppe einen Lunch, Elchsuppe wird serviert. Anschliessend hat die Gruppe ein Seminar, wir füllen jeweils in der Pause die Getränke und den Früchtekorb auf. Dazwischen arbeiten Florian und ich weiter in der Küche, Abendessen wird vorbereitet, die Sachen vom Lunch abgewaschen und neu aufgedeckt. Wir sind gut in der Zeit, deshalb gönnen wir uns eine kurze Pause draussen an der warmen Sonne, essen etwas und jassen ein bisschen (wir bleiben der Schweiz treu!). 16 Uhr, ich gehe nach Hause duschen und entspannen da ich noch auf die Nachtwache muss. Florian macht in der Küche weiter und serviert der Gruppe einen Apero, bevor diese in den Genuss von Sauna und Hot Pot kommen. 20 Uhr gehe ich wieder in die Küche, ich helfe beim Servieren des Abendessen. Die Gäste erhalten ein drei-Gänge-Menue. Nachdem die Vorspeise und Hauptgang serviert wurden, fahre ich los Richtung Altersheim, die Nachtwache dauert von 21.45 bis 7.15 Uhr. Florian serviert das Dessert und den Kaffee alleine, anschliessend räumt er alles auf und wäscht ab.

Dienstag, 09.03.10 : 7.45 Uhr, Florian und ich geniessen einen Kaffee zusammen bevor ich schlafen gehe und er sich mit Odd trifft um die nächsten Anlässe zu planen. Anschliessend erledigt Florian noch div. Sachen, macht Büro und schreibt die nächste Einkaufsliste. Auch sonst gibt es immer Arbeit auf der Farm, Abfallentsorgung, Bestellungen, Reinigung von den Sanitäranlagen usw.
Um 15.30 Uhr stehe ich auf. Gemeinsam füttern wir unsere Hunde und machen uns einen gemütlichen Abend. 21 Uhr ich mache mich wieder auf den Weg zur Arbeit.

Mittwoch, 10.03.10 : Florian hat Norwegisch-Unterricht von 8.00 - 14.00 Uhr. Ich schlafe bis 13.00 Uhr. Gemeinsam machen wir den Einkauf für die nächste Gruppe vom Donnerstag. Nachdem alle Lebensmittel verstaut sind und Florian sich schon alles für den nächsten Tag bereitgelegt hat, machen wir uns Abendessen. Anschliessend toben wir uns beim Sport (Volleyball, Fussball und Unihockey) von 18.00 bis 19.30 aus.
Zu Hause passen wir unseren Zeitplan mit den aktuellsten Informationen für Donnerstag an. Jeder weiss, was er morgen zu tun hat.

Donnerstag, 11.03.10 : Heute haben wir wieder eine Gruppe. Gemeinsam stehen wir um 09 Uhr in der Küche. Florian beginnt mit den Lebensmittel, ich beginne mit Saubermachen. Anschliessend bereiten wir gemeinsam den Teig für "Lapper" vor, das ist eine Art "Pancakes", die zusammen mit Sauerrahm und Konfitüre gegessen wird. Ca. 90 Stück werde ich auf einer grossen "Crèpesplatte" zubereiten. Dazwischen mache ich eine kreation von Florian - Potetkaker. Das sind Crèpes aus Kartoffeln, gefüllt mit Rohschinken, Geissenkäse, Sauerrahm, Zwiebeln und Lauch. Florian bereitet in dieser Zeit alles für das Abendessen vor. Wie immer sind alle Kochplatten in Betrieb und es duftet köstlich...
Um 14 Uhr kommt die Gruppe bei uns an. Es ist eine Ölfirma, 12 Personen aus 5 verschiedenen Nationen. Diese Gruppe wird ebenfalls mit Kaffee/Tee draussen begrüsst. Odd und ich übernehmen für die verschiedenen Aktivitäten, Florian kocht weiter. Zuerst geht es zur Balance-Übung, auch Mohow-Walk genannt. Danach können die Gäste im Hundegarten "Hallo" sagen, bevor sie auf unserer eigenen Rundloipe eine Kostprobe im Hundeschlittenfahren erhalten. Anschliessend erhält die Gruppe eine kreative Aufgabe, die Finanzkrise im Schnee darzustellen!
Ich geselle mich wieder mit in die Küche, decke den Tisch, beginne mit dem Abwaschen und helfe Florian wo ich kann. Die Gruppe geniesst gerade den Hotpot als Florian und ich den Apero im Vorraum der Sauna servieren. Alle wirken entspannt und gut gelaunt.
Um 19.30 kommen die Gäste für das Abendessen rein. Gemeinsam servieren wir die kunstvoll angerichteten Speisen und erhalten viel Lob.
Nach dem Aufräumen, abwaschen und putzen wird es um 23.00 Uhr Feierabend.

Freitag, 12.03.10 : Um 8.00 sitzt Florian im Klassenzimmer vom Norwegisch-Unterricht. Er lernte die Sprache bereits innerhalb den ersten 2 Monaten und redet jetzt schon flüssig Norwegisch. Im Unterricht wird jetzt vor allem auf die kleinen Details Wert gelegt und Florian lernt viel über die Politik, Kultur, Geschichte und Gesellschaft von hier.
Ich bin zu Hause am Aufräumen und bereite das Zimmer für Sonja vor, unsere erste Praktikantin.
Nachdem Florian um 14 Uhr nach Hause kommt, fahren wir nach Stavanger (1,5h einen Weg) für einen Grosseinkauf. Wir brauchen div. Lebensmittel aber auch Putzmittel, Servietten, Kerzen usw. unsere Liste ist lang, doch Florian hat alles genau vorbereitet und wir finden schnell zu den einzelnen Sachen. So bleibt auch für uns ein bisschen Zeit zum Shoppen.
Um 22.30 Uhr sind wir wieder zu Hause. Alles Eingekaufte verstauen, nochmals kurz den nächsten Tag durchgehen und dann schnell schlafen.

Samstag, 13.03.10 : Heute ist viel los. Odd hat eine kleine Familie von 4 Personen zum Hundeschlitten fahren auf der Rundloipe. Wir bereiten den Snack (Lapper und Potetkaker) und die Getränke im Keller vor, im Cheminée brennt Feuer und die Kerzen müssen nur noch angezündet werden. Die Gäste sind ca. 1-2h draussen, bevor sie sich im gemütlichen Keller bei intressanten Geschichten über die Kultur und den guten Leckerbissen aufwärmen können.
Florian und ich haben unterdessen alles für das Abendessen der nächsten Gruppe vorbereitet. Der Tisch ist gedeckt und das Essen soweit bereit. Wir haben kurz Zeit nach Hause zu gehen und ebenfalls etwas kleines zu essen.
Um 14.15 Uhr (mit 45 Min Verspätung) kommt die Gruppe, es ist ein Familientag von einer Ölfirma aus. Insgesamt 34 Personen, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Wie üblich werden die Gäste an der Feuerstelle mit Kaffee und Tee begrüst. Odd und ich nehmen zusammen mit 2 Helfern die Gruppe mit zum Mohow-Walk, dem Balance-Seil, danach fahren Gross und Klein mit dem Schlitten unser Schlittelhang runter und anschliessend rein in den Hundegarten um die bereits aufgeregten Hunden zu begrüssen. Odd teilt die Gäste in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe erhält eine kreative Aufgabe, die im Schnee mit Sachen die die Natur bietet, dargestellt werden muss. Die zweite Gruppe geht mit Odd Schneescooter fahren und die dritte Gruppe ist bei den beiden Helfern und mir beim Hundeschlitten fahren. Alle dürfen/können 1-3 Runden fahren. Zwischendurch werden einzelne Hunde ausgewechselt und neue eingesetzt. Das ist für alle spannend mitanzusehen.
Florian hat unterdessen das Abendessen fertig gekocht, alles von der vorherigen Gruppe weggeräumt und abgewaschen und für die jetztige Gruppe aufgedeckt.
Um ca. 17.30 kommt die Gruppe rein und erhält Abendessen. Alle sind sehr hungrig und freuen sich auf die traditionellen und beliebten "kjøttkaker" (Hackbraten) mit Kartoffelstock. Zum Glück hat mir Florian noch jemand zum Servieren organisiert. Zu zweit geht es bei einer solch grossen Gruppe viel einfacher. Nach dem Dessert und den Geschichten über die Kultur von Sirdal werden die Familien um 19 Uhr wieder abgeholt. Sehr zufrieden winken sie zum Abschied.

Sonntag, 14.03.10 : 9.00 Uhr, Florian und ich essen zusammen Frühstück, danach trennen sich unsere Wege, für den heutigen Tag. Denn um 11 Uhr kommt bereits wieder eine Familie zum Hundeschlittenfahren auf der Rundloipe. Florian steht seit 10 Uhr in der Kueche und bereitet alles vor. Gleich nach der ersten Familie wird eine Gruppe von Kofirmanten Hundeschlittenfahren. Diese sind bereits am Vortag angereist und haben in zwei grossen Zelten bei uns auf dem Hof übernachtet. Florian und Odd managen die beiden Gruppen gekonnt.
Ich räume währenddessen das Frückstück weg, spühle das Geschirr und fahre dann um 10.30 Uhr los an den Flughafen, um unsere erste Praktikantin abzuholen.
15.30 Uhr die Gäste vom Hundeschlittenfahren sind weg und Florian ist gerade fertig geworden mit aufräumen und Küche putzen, als ich mit der Praktikantin eintreffe. Ich führe sie umher und begrüsse mit ihr die Hunde, während Florian uns Abendessen kocht.
Nach dem gemeinsamen Znacht mit Sonja, haben Florian und ich eine Sitzung mit Odd und seiner Frau, die nächste Woche wird geplant. Um 22.30 Uhr sind wir zu Hause, Feierabend!

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in den Alltag hier auf der Sirdal Huskyfarm gewinnen. Die Hauptsaison dauert bis und mit Ostern, danach wird der Frühling uns ein bisschen mehr ruhe bringen.
Nur das Wetter könnte uns jetzt noch einen kleinen Streich spielen. Seit gestern Abend regnet es nämlich. Wir haben ca. +4°c und der Schnee verschwindet schneller als uns lieb ist. Doch das Wetter kann hier in Sirdal so schnell ändern, deshalb warten wir mal gespannt ab...!

Ganz liebe Grüsse aus Südnorwegen
Eliane und Florian

Montag, 11. Januar 2010

Julebord ( Weinachtstisch )



Das Klassische Weihnachtsessen hier in Norwegen. Nach nun einigen super gelungenen Banketten hier in Norwegen möchte ich hier ein kleines Resume schreiben. Als ich in Sirdal ankam sagte man mir das jetzt gerade eine traditionell gefüllte Zeit beginnt, mit reich gefüllten Tischen, gebackenem, wie auch bei uns. Aber da gäbe es ein ganz spezielles Essen das Julebord übersetzt der Weihnachtstisch. Tone die Frau des neuen Geschäftspartners lehrte mich bei den ersten Banketten wie diese klassischen Speisen nach traditioneller Art zubereitet werden.

Zunächst wir das salzgetrocknete Lamm-Fleisch ( Pinnekjøtt ) über Nacht in Wasser eingelegt, am nächsten Tag in einer leichten Bouillon solange gekocht bis das Fleisch vom Knochen fällt und zum Schluss werden die Lammstücke noch für 5 min. gebacken, das ergibt einen herrlichen Geschmack. Die Schweinerippe mit dem kernigen Fett ( Ribbe ) wird mit Salz und Pfeffer mariniert und im Ofen bei 180 C° solange gebacken bis das überschüssige Fett ausgelaufen ist und sich eine herrlich knusprige Kruste gebildet hat. Serviert wird dazu einen Kalbsadrio ähnliches
Fleischtätschli ( Medisterkaker ) mit brauner Sauce und der Bouillon vom Lamm. Dazu gibt es Rotkohl, Sauerkraut, Mus vom gelben Kohlrabi und natürlich die täglich auf den Tisch gehörenden Dampfkartoffeln mit Salzbutter.

Wie immer gut gelaunt ging ich natürlich in voller Kochmontur hinaus zu den Gästen um zu fragen ob ein Schweizer auch das klassische Weihnachtsessen von Norwegen kochen könne. Dies wurde zumeist mit einem herzlichen Applaus bestätigt, nicht allzuletzt auch weil meine wunderbare Partnerin Eliane einen hervorragenden Service bietete. Zum Abschluss wurden bei einem herrlichen Karamelpudding nach Tante Gerd’s Rezept, das über 80 Jahre alt ist kulturelle nouvellen ausgetauscht. Es ist ein klarer Vorteil dass man in der einheimischen Sprache kommunizieren kann. Man erfährt so viel über eine andere Kultur an einem Tisch mit gutem Essen und Trinken.