Freitag, 30. April 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - Teil 1



Heute berichte ich in einem ersten Teil von Ostern. Weitere Berichte zu unserem Saisonabschluss und all den neuen Sachen, die wir schon wieder begonnen haben, folgen bald darauf.

Rund um Ostern ist normalerweise viel Betrieb in Sirdal. Bis zu 40'000 Gäste reisen in ihre Ferienhütten und verbringen die Tage draussen im Schnee, meistens auf den Langlaufski's. Nur zum Vergleich, Sirdal zählt normalerweise 1750 Einwohner!
Wir waren gewappnet und hatten ein tolles Osterprogramm zusammen gestellt.
Doch wie sagt man so schön: Es kommt erstens "anders" und zweitens "als man denkt"...

...unser Programm setzte natürlich Schnee voraus, doch davon hatten wir eindeutig zu wenig, was normalerweise nie ein Problem war.
So mussten wir kurzerhand unser Programm umstellen, anstelle von Hundeschlitten-fahren bei einem gemeinsamen Anlass mit der Ski- und Snowboardschule, waren die Huskys einfach "nur" Streichel- und Knuddelhunde.
Florian heizte dafür mit leckeren Sachen vom Grill die Stimmung ein!

Doch Wunder geschehen...

Noch am gleichen Tag fing es an zu schneien. Wir wissen noch nicht genau, ob das wirklich Raffi und Sandra zu verdanken ist, die genau an diesem Tag in Norwegen angekommen sind und sich das so sehr gewünscht haben – wir gehen mal davon aus!
Auf jeden Fall konnten wir nun wenigstens unser Hundeschlittenfahren am nächsten Tag auf dem Golfplatz anbieten.
Das war ein wirklich tolles Arrangement zusammen mit Sirdal Fjellgolf, dem lokalen Golfclub. Im Clubhaus stand Florian wieder voll in seinem Element und zauberte vor und auf dem Grill. Auf der Driving Ranch (dort wo man normalerweise die Abschläge übt) waren Odd, Cornelia (unsere super Praktikantin aus der Schweiz), 12 Hunde und ich. Gemeinsam führten wir das Hundeschlittenfahren durch. Der Schnee wurde zwar immer weniger, aber die Freude bei den Gästen war trotzdem gross (vor allem auch bei unseren Schweizer Gästen!)
Gleich nebenan, auf der Übungsbahn, wurden die Gäste in ihrer Geduld und ihrem Können mit Golfschläger und Ball getestet. Schneegolf war angesagt!!!

Am Abend konnten wir es so richtig geniessen. Nach feinem Elchfleisch und einem herrlichen Dessert – natürlich made by Florian, hörten wir die spannende Geschichte von Odd’s Grossmutter. Anschliessend war Sauna und Hot Pot angesagt. Unsere Sporky-Gang (=unsere tollen Ostergäste aus der Schweiz), vier Norweger (alle in unserem Alter) und natürlich Flöru und ich genossen den Abend in vollen Zügen.
Nach 1-2 Bier begannen sogar die Norweger Deutsch- und die Schweizer Norwegisch zu reden… und wenn das nicht reichte, hatten wir noch Hände, Füsse oder Englisch.
Doch es lag sicher nicht an einem Verständigungsproblem, dass Rani plötzlich aus der Sauna raus, durch den kalten Regen, im Bikini, in den Fluss steigt um sich abzukühlen… ich würde es bis heute nicht glauben, hätte ich es nicht selbst gesehen...!!!
Nachdem auch jeder aus dieser internationalen Gruppe einem anderen ein Tier gefunden hat, das seinem Charakter entspricht, wurde es langsam Zeit ins „Nest“ zu kriechen.

Am Ostersonntag trafen wir uns alle draussen zum Schiesstraining, wir durften Tontaubenschiessen. Unter Flörus fachkundiger Anleitung hatte jeder 4 Schüsse. Bisher hab ich ja noch nie getroffen, doch plötzlich kämpfte ich zusammen mit Raffi um den Sieg. Wir haben beide je 3 Tontauben getroffen!!! (langes Training macht sich doch irgendwann bezahlbar – nicht wahr Rani?)
Am Abend war dann unser Restaurant im Keller geöffnet. Florian kochte mit grosser Hilfe aus dem gesamten Urlaubsteam ein köstliches Ostermenu.
Die Gästeliste: eine deutsche Familie die ebenfalls nach Sirdal ausgewandert ist, zusammen mit ihrem Besuch aus der Heimat, Odd, Tone, Rani, Nicole, Cornelia, Raffi, Sandra Flöru und ich.
Nach dem genialen Essen und einigen kleineren Pannen, hielt Flöru eine wunderschöne Rede die dann plötzlich auf den Knien, mit der Frage „Willst du mich heiraten?“ endete. Ich war hin und weg. Natürlich antwortete ich mit „Ja“, was dann ausgiebig gefeiert wurde.
Es war für mich wunderschön, einen so wichtigen Tag mit so wertvollen Menschen zu verbringen – die zwar alle bescheid wussten, aber nichts gesagt haben…!

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