Freitag, 7. Mai 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - 3.Teil




Nun zum „Neuanfang“, die ganze Sirdal Huskyfarm steht ja noch in der Aufbauphase. Wir haben unsere erste Wintersaison erfolgreich hinter uns gebracht und nun möchten wir auch im Frühling mit vielen neuen Projekten durchstarten, damit der Sommer ebenso wird.
Das erste Projekt, das wir bereits Ende April abschliessen konnten, war unser neues Huskygehege. In unserer Winterbroschüre stand, dass unser Ziel sei, den besucherfreundlichsten Hundegarten zu bauen – und das ist uns gelungen!!!
Wir haben die weit verbreitete und so übliche Kettenhaltung hinter uns gelassen. Unsere 32 Hunde wohnen nun in zweierboxen, in der überdachten Zwingeranlage mit einem riesigen Freilaufgehege. Jeden Tag werden zwischen 2-6 Hunde freigelassen. Die können zusammen um die Wette laufen, schmusen, spielen oder gemeinsam uns Menschen necken… - es wurde ihnen, bis jetzt auf jeden Fall noch nicht langweilig!
Gleich neben dem neuen Hundegarten ist eine weitere „Neuigkeit“ entstanden. Unser Kräuter- und Gemüsegarten. Florian und ich haben uns sorgfältig die Stelle ausgesucht, Steine weggeräumt, aufgetürmt, Erde, Kalk und Dünger herbeigeführt, geschaufelt und geschwitzt. Nach bereits einer Woche entstand aus karger Wildnis, eine wunderschöne Gartenanlage.
Unser Ziel ist es bereits im Herbst von unseren eigenen Kräutern und Gemüsen zu ernten und sie gleich „frisch ab dem Hof“ im Restaurant verwerten zu können.
Angepflanzt wird dann nach dem 17.5., das ist hier in Norwegen eine feste Regel, denn vor diesem Datum muss immer noch mit Frost gerechnet werden.
Das heisst schon bald werden Kartoffeln, Zucchetti, Kürbisse, Lauch, Zwiebeln und duftende Kräuter um die Wette wachsen.
Der dritte Neuanfang gilt unseren Vierbeinern auf dem Hof. Die ersten Jungtiere, die wir hatten waren unsere kleinen Geissen. Nicht viel später danach haben auch die Schafe ihre Kleinen geboren. Vor drei Tagen haben wir nun sogar auch bei den Hunden Nachwuchs gekriegt! Gleich zwei Hunde haben geboren, die eine Hündin, Terror, hatte eine schwere Geburt, leider hat sie 6 tote Welpen und nur ein lebendes zur Welt gebracht. Dieses ist aber so klein und schwach, dass wir noch nicht sicher sind, ob es Überleben wird. Die zweite Hündin, Klara (eine der jüngsten) hatte dafür eine „Traumgeburt“, ohne einen Mucks brach sie 4 grosse und kräftige Welpen auf die Welt. Wir sind sehr stolz auf die beiden Mutterhunde, die ihre Aufgabe (trotz allem) toll meistern!!!
Nun sind Florian und ich noch voll im Schuss am Packen, für Florian heisst es am 9.5. das erste Mal in dieser Saison „zupacken“, am Oberaargauischen Schwingfest in Eriswil und eine Woche später dann am Berneroberländischen in Brienz. Also unbedingt Daumen drücken…!!!!
Zwischen diesen beiden Schwingfesten werden wir vier von der Sirdal Huskyfarm eine Studienreise in der Schweiz unternehmen. Gemeinsam versuchen und erleben wir verschiedene Aktivitäten von ähnlichen Betrieben wie wir sind – das wird sicher spannend. Wir freuen uns auf jeden Fall.
Was wir so alles unternommen haben, erzähle ich dann das nächste mal.
Bis dann,
Florian und Eliane

Samstag, 1. Mai 2010

Saisonabschluss und Neuanfang - 2. Teil



Nachdem Ostern der Saisonabschluss hier auf der Sirdal Huskyfarm war, wurde das Wochenende danach, 10./11.4. zum Winterabschluss für unser Team.
Am Samstagmorgen waren die Rucksäcke, das Essen und die Hunde mit der gesamten Ausrüstung gepackt und wir fuhren los Richtung Suleskarveien (Berglandschaft).
Links und rechts der Strasse waren zum Teil Schneewände von rund 2,5 – 3m!
Nachdem wir angehalten haben wurde das Gepäck auf den Schneescooteranhängern verstaut. Noch war es ruhig, keine Menschen weit und breit, keine Autos – nichts.
Wir bereiteten die Schlitten und uns vor. Florian und ich wollten zeigen, was wir in dieser Saison gelernt haben. Zusammen mit unserer Praktikantin Cornelia zogen wir den einzelnen Hunden ein Zuggeschirr an, das heulen und bellen wurde immer lauter. Die Hunde waren voller Vorfreude – und wir natürlich auch!
Als wir Cornelias Gespann fertig hatten, konnte sie losfahren. Sie wurde von Odd auf dem Schneescooter begleitet. Alles lief soweit gut!
Nun waren Florian und ich alleine. Zusammen machten wir mein Gespann klar und schon kurz darauf sauste ich Cornelias Schlitten hinterher. Ich wurde natürlich von Florian begleitet, der das erste Mal ganz alleine mit dem Schneescooter zur Berghütte fahren durfte. Gekonnt leitete er mein Hundegespann und mich durch schwierige Passagen, wie zum Beispiel durch knietiefes Überwasser (Wasser das auf der Eisdecke liegt) oder feuerte mein Team an, als es fast senkrecht den Berg hoch ging.
Es war ein tolles Gefühl. Nach traumhafter Berglandschaft, guter Zusammenarbeit und einem schnellen und fleissigem Huskyteam vor dem Schlitten kam ich zufrieden und glücklich auf Sigurdsheller an. Die Hunde wurden zum Dank für die schöne Tour ausgiebig geknuddelt und anschliessend an den Steak Out gebracht. Das ist eine lange Kette, die man auf der Tour braucht, um die Hunde bei längeren Pausen oder über Nacht, anzubinden.
Anschliessend war sonnen und geniessen angesagt. Im T-Shirt, BH oder Oben ohne lagen oder sassen wir an der Hüttenwand und genossen das herrliche Wetter und die Abgeschiedenheit. Nach „Pölse med bröd“ oder in der Schweiz als Hot Dogs bekannt (Nein, die Huskys leben alle noch!), verbrachten wir danach einen gemütlichen Abend in der Berghütte.
Am Morgen wurde uns dann von Odd einen Kaffee ans Bett serviert und später ein feines Frühstück mit Spiegelei und Speck aufgetischt.
Auch diesen Tag genossen wir in vollen Zügen, es war einfach herrlich, nach einer doch recht hektischen Wintersaison, einfach mal nur „rumzusitzen“ und es sich gut gehen lassen. Auch die Hunde rekelten sich in der Sonne und wirkten zufrieden.
Am späteren Nachmittag machten dann Cornelia, Florian und ich erneut die Schlitten startklar. Diesmal begleitete Florian uns beide mit dem Scooter bis zum Auto/Anhänger zurück. Odd blieb alleine in der Hütte zurück und räumte noch fertig auf. Er kam dann etwas später nach.
Auch auf der Rückfahrt konnte ich nur stolz sein auf mein Team. Alle waren sehr schnell und kräftig. Wir vertrauten einander und so wurde dies zu einer wunderschönen Schlittenfahrt!
Am Ziel angekommen noch ein letzter lauter Jubelschrei von Cornelia und mir – und dann ging es zurück in die Zivilisation…